Freitag, 18. Februar 2011

Die Anti-Mafia-Ritter in Österreich

Seit es den Antimafia-Antiterrorparagraphen 278 STGB gibt hat unsere tüchtige Executive schon mindestens zweimal rechtschaffen zugegriffen:

Ausgerechnet die Tierschützer wurden erst einmal mittels Undercover-Agenten observiert und dann einem Prozess im Landesgericht Wiener Neustadt unterzogen. Mit Hilfe der Richterin wollte man die Sache durchboxen, damit eine eigens gegründete Polizeitruppe auch einmal mit Erfolg protzen kann. Nur mit Hlfe der Öffentlichkeit konnten die gemeinsamen Pläne von Polizei und Justiz durchkreuzt werden. Nun gerät die Richterin in diesem wirklich obskuren Prozess langsam ins Schwitzen. Siehe Standard Website.

Beim anderen Fall fühlte sich der Verfassungsschutz berechtigt, gegen Studenten der Kunstakademie wegen Terrorismus zu ermitteln, weil die eine Abschiebung mit Polizeiautos gefilmt hatten. (Siehe DerStandard.at.) So schnell ist man Terrorist in Österreich!

Das Problem dabei: Der besagte Paragraph 278 ist so kunstruiert, dass gar keine besondere Straftat nachgewiesen werden muss. Es genügen Hinweise und Wahrscheinlichkeiten für eine terroristische Aktivität. Plötzlich sehen sich Bürger gezwungen, gegen einen Verdacht zu argumentieren - eine Umkehrung der normalen Situation, dass der Staatsanwalt zuerst einmal Beweise für die Vorwürfe suchen muss.

Wovor soll man da mehr Angst haben??

Freitag, 21. Januar 2011

Peggy Pickit am Akademietheater

Komm nach Afrika, hilf. Tu Gutes. Man kann doch nicht die Menschen wie die Fliegen sterben lassen. Es ist so einfach, als Arzt kannst so viele Menschen retten, hundertemale mehr als zu Hause im Dienste der Wr. GebKraKa. Du bist 35 Jahre jung, und da entscheidest du dich für diese Art von Entwicklungshilfe. Die andern bleiben lieber daheim und schaun dass sie Haus, Auto und Garage zusammenbekommen, und am besten auch mindestens 2 Kinder. Du nicht. Du tust wirklich was. Das kann Gott doch nur belohnen.

Dies ist das Thema des Stückes „Peggy Pickit sieht das Angesicht Gottes“ von Roland Schimmelpfennig. Ich habs im Akademietheater gesehen. Und ich sags gleich: Man muss es einfach sehen. Ist so. Es hilft nichts. Michaela sagt das auch. Eben.

Doch das Angesicht Gottes hat sich das Artzpärchen, das sechs Jahre lang in einer Art Buschklinik gearbeitet hat, anders vorgestellt. Der hat für die beiden halt kein samtig-romantisches Schicksal vorgesehen. Die Neger sind nicht dankbar und brav, nein - kaum sind sie von der Klinik entlassen, schlagen sie sich die Köpfe ein. Und die weißen Stationsärzte sind keineswegs Helden à la Doctors Diary - Gott ist nicht gerecht. Statt dessen teilt er Watschen aus. Das Arztpärchen lebt sich, während es ziemlich viele Menschenleben rettet, gehörig auseinander.

Müde, entzweit und verstört kommen sie in die Heimat zurück und besuchen alte Freunde, so Haus-Job-Garage-Kind-Spießer. Das kann nicht gut gehen. Und tatsächlich wird dabei auch durchaus physisch gewatscht.

Montag, 22. November 2010

Die arme Bildung ...

... hat es nicht leicht bei uns in Österreich. Wie bei so vielen anderen Dingen pflegt auch bei der Schulgestaltung so mancher Landeshauptmannzwerg sein Schrebergärtlein. Nach dem Motto: "mein Land ist klein, darf niemand hinein (reden)!". Ein paar Posten muss er immer vergeben können, der typische Herr Landeshauptmann oder auch die Frau. Und weil der Erwin in St. Pölten eine Kapazunder in der schwarzen Partei ist, kommt es so wie es kommen musste: Alle Schwarzen die was zu sagen haben trommeln dafür, die Schule weiter in die bewährten Hände der Landesverwaltungen zu belassen. Hilfe!

Mittwoch, 3. November 2010

Yes, we could!

Da ist man natürlich traurig und fragt sich: hat der Mann das verdient? Obama kann also seit gestern nicht mehr länger alleine regieren. Man wird sich mit der Tea Party einigen müssen - die merkwürdigsten Gestalten in Amerika die ich kenne. Aber andererseits: Wenn die wirklich solche geistigen Zwutschkerln sind wie ich glaub, dann wird er sie einfach verputzen - hoffentlich!

Montag, 16. August 2010

Getreidepreise

So ganz harmlos klingt das nicht: Russland exportiert ab sofort kein Getreide mehr - Pakistan als Reisexporteur 2010 in Frage gestellt - Weltmarkpreise für Weizen im Anstieg.

Ungute Erinnerungen aus 2008 stellen sich wieder ein: Reis wurde plötzlich überall gehortet, war überteuert, die Auswirkung: Hunger. Es braucht gar nicht viel, es braucht nicht einmal eine echte Getreideknappheit - es genügt, wenn Staaten glauben es horten zu müssen, wenn dafür in Ghana oder Liberia oder Kamerun oder wo noch der immer wichtiger werdende Weizen doppelt so teuer wird.

Obwohl jetzt viel gesprochen wird von vollen Lagern, Super-Ernten in Amerika: Ein ungutes Gefühl kommt bei diesen Nachrichten in mir auf.

Freitag, 30. April 2010

OE1 und Afrika

Ich muss jetzt wirklich - endlich - einmal eine Lanze für OE1 brechen. Nicht nur dass der Webauftritt des Senders in der letzten Zeit einfach gut geworden ist. Ich könnte die Leute schon allein wegen des Afrikaschwerpunktes den sie zuletzt gestartet haben abbusseln.

Beim Laufen hab ich mir heute die Sendung über Sambia angehört. Ich mein jetzt nicht dass eine Wundergscheitwuzzisendung geworden wäre. Ein bisschen klingt es schon auch nach Schulfunk, ein bisschen hölzert es dahin und belehrt uns gar zu sehr. Aber ergriffen wird man trotzdem von den Stimmen dieser Sendung: kleine Waisenkinder die ums Überleben Kämpfen, eine Frau die eine Art Wassertrafik betreibt obwohl sie Aids hat.

Und was das alles mit der Ausnutzung durch internationale Kupferkonzerne zu tun hat. Und was mit der Mentalität der Leute selbst und ihrer schlechten Politiker. O Gott, Afrika! Ich kann nur empfehlen: Downloaden und anhören!

Freitag, 18. Dezember 2009

Der goldene Drache am Akademietheater

Was haben ein heulender kleiner Chinese, eine hungrige Grille und eine satte Ameise, ein alter Mann mit einem unerfüllten Wunsch, ein Liebespaar dem ein Malheur geschehen ist, ein betrunkener Mann und seine fremdgegangene Frau und zwei fesche Stewardessen gemeinsam? Roland Schimmelpfennig verrät uns das erst langsam, er genießt unsere quälende Spannung und den unbefriedigten Drang in uns, alles zu überschauen. Er läßt uns zunächst nichts überschauen.

Das Stück Der goldene Drache im Akademietheater verweigert sich allem Kulinarischen und jeder Zurückgelehntheit, nein, du musst dich vorlehnen, du kommst nicht so billig davon. Ich habe Zeugen dafür: Michaela konnte auch nicht schlafen!

Dafür wird viel geschauspielt. Jeder spielt mehrere Rollen, Frau wird zu Mann, Jung zu Alt und umgekehrt. Besonders Christiane von Poelnitz und Johann Adam Oest, die können das wirklich gut. Die Akteure müssen zugleich spielen und nicht spielen, also wie soll ich das erklären. Aber was - schaut's es euch selber an. Dringend.